Donnerstag, 4. Mai 2017

Vorm Regen waren wir heute noch fleißig

Es soll aber nur heute Nachmittag und die Nacht durch regnen

 Aktuell sind wir noch immer morgens und abends bei den Pferde, weil die zwei ja noch 2 x täglich Heu dazu kriegen.

Heute war sehr schlechtes Wetter für nachmittags und die Nacht durch angesagt, aber heute vormittag war das noch ganz in Ordnung, fast gemütlich und sonnig.

 Es war kein ungewöhnlicher Tag heute, sondern einer wie meistens unter der Woche, wo es eher darum geht, die Tiere zu versorgen und alles in Ordnung zu halten, wenn wir dort sind, damit wir am Wochenende dann mal mehr Ruhe haben, um bei schönem Wetter einfach ein wenig Bodenarbeit mit den beiden zu genießen.

So war das früher bei uns jahrelang eigentlich normal. Und daran waren eben auch unsere beiden alten Pferde gewöhnt, die ja Bewegung durch die freie Haltung genug alleine haben.

 Die Knicks werden von Tag zu Tag grüner, bald kann man nicht mehr so einfach durchschauen wie im Winter.

 Da kommen die beiden Pferde uns wie immer begrüßen.
 Jürgen verteilt die ersten Hallo-Leckerlis.

 Müsli bekommen die beiden morgens nicht, sondern immer erst nachmittags. Morgens gibt es immer nur eine Portion Heu.



 Die Eichen legen sich im Moment übrigens auch ein zartes grünes Kleid zu, aber noch sind die jungen Blätter der Eichen sehr klein.

 Da packt Jürgen gerade das Heu aus.
 Wasser brauchen Chiwa und Prima momentan eher wenig. Heute früh musste ich zum Beispiel nur zwei 5-Liter-Kanister dazu schütten.

 Für Heu hat Jürgen aktuell eine andere Mulde ausgesucht, damit die beiden, in denen sie über Winter oft gefüttert worden, sich auch mal erholen können.



 Selbst an den besonders stark abgefressenen Ecken blüht momentan schon der Löwenzahn wie unten auf dem Foto im Bereich unserer Trail-Ecke.

 Hier raucht Jürgen noch eine Zigarette, bevor wir dann an die Arbeit gegangen sind, denn wir wollten den sonnigen Vormittag auf jeden Fall ausnutzen, weil schlechtes Wetter angesagt war.

Unser Weidenachbar war auch bei seinen Schafen zugange wie meistens morgens, wenn wir kommen. Den treffen wir jetzt wieder so gut wie täglich, seit wir uns in der Frühe wieder selbst um die Pferde kümmern.

 Im Moment bearbeiten wir gemeinsam die Ausbuchtung neben dem mittleren Weidestück, denn die sieht in Bezug auf viele Pferdeäppel besonders schlimm aus und muss mal gemacht werden.

 Unten Boomer, der immer Wache hält, wenn wir auf der Weide sind.

Ich genieße aktuell die neue Ruhe, was ich früher auch immer getan habe. Ich habe das immer gemocht, einfach still bei den Pferden meine Arbeit zu machen, ohne Hektik und so .. und dabei unsere Pferde zu beobachten. Manchmal kommen die Pferde dann auch an und schauen, was wir machen und gehen nach einer Weile wieder. Ich finde diese Atmosphäre ist einfach Balsam für die Nerven.

 Jürgen hatte hier Schluss gemacht und von mir noch ein paar Fotos, bevor wir dann erstmal wieder los nach Hause sind.

 Heute Nachmittag konnten wir übrigens doch noch was tun, denn es war zwar windig und auch kühl geworden, hat aber noch nicht geregnet, als wir bei den Pferden waren.

 Chiwas Stelle unter dem Maul sieht schon besser aus. Ich habe heute die Penatencreme mal weggelassen und will schauen, wie es ohne weiter heilt. Mal sehen, ob das schon so geht. Falls nicht, werde ich weitercremen.

 So .. das war's erstmal.

Im Hufrehe-Blog werde ich auch von heute noch ein paar Pflanzenbilder mit den dazu gehörenden Texten posten .. nachher.

Wir machen jetzt erstmal unseren Nachmittags-Schlaf wie immer.

LG
Renate


Bodenarbeit mit Serenity Horses

Natürliches Folgen und aktives Folgen - der Unterschied

Viel Spaß beim Zuschauen.


LG
Renate

PS: Früher folgte Prima Jürgen und mir sehr gut bei allen Bodenübungen um Hütchen oder durch Stangen usw. im Round Pen ... auf einer großen Freifläche wie der Weide haben wir das nun nie ausprobiert.

Ich denke, wenn sich bei uns alles ein wenig gelegt hat mit dem Durcheinander nach dem Beziehungsproblem mit unserer Reitbeteiligung, dass wir das auch wieder mit ihr hinkriegen werden.

Bei Chiwa hat das lose so gut wie bei Prima noch nie funktioniert. Da braucht man meistens schon einen Führstrick, damit sie auch gut mitkommt. Das war immer so und ich denke, jetzt in ihrem Alter wird das sicher auch nicht mehr klappen.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Das Pferd im Pferdefilm, Western und in der Realität

Was Spielfilme über Pferde Menschen oft vorgaukeln

 Seit Dezember 1992 halte ich eigene Pferde, und das überwiegend in Eigenregie auf Pachtland und nur vorübergehend auch ab und zu in verschiedenen Pensionsställen.

Da wir jetzt das Jahr 2017 haben, werden das dieses Jahr im Dezember 25 Jahre eigene Erfahrung mit diesen liebenswerten Tieren.

 Das ist eine lange Zeit. In dieser Zeit habe ich immer wieder erleben müssen, dass viele Jugendliche, aber zuweilen sogar Erwachsene mit unseren Pferden, wenn wir nicht aufgepasst haben, so umgegangen sind, als ob diese Tiere eine unerschöpfliche Leistungsfähigkeit oder unverwüstliche Gesundheit hätten, ihre Bedürfnisse überhaupt nicht gesehen wurden, keine Rücksicht auf Erschöpfung und Abwehr genommen oder gar unter dem Aspekt, sich gegen vermeintliche bockige Tiere nun unbedingt durchsetzen zu müssen, den Tiere wirklich ein Schaden zugefügt wurde.

Vorgestern bei einem Spaziergang mit Jürgen kam mir die Idee, dass auch unsere Kinowelt bei vielen Menschen den falschen Eindruck über die Leistungsfähigkeit und die Bedürfnisse von Pferden hervorrufen könnte.

Und darüber möchte ich in diesem Beitrag einmal etwas schreiben.

Ich kann versichern, dass durch den Umgang mit eigenen Pferden jedes Mitglied meiner Familie genau weiß, dass eigene Pferde zwar viel Freude, aber in erster Linie auch viel Arbeit machen und viel Geld kosten und sofern sie gesund und reitbar sind, diese Zeit auf dem Pferderücken nur einen Bruchteil der Zeit ausmacht, die man unter normalen Umständen mit einem eigenen Pferd zubringt. Das gilt sowohl für die aktiven Reiter als auch für die Familienmitglieder, die dieses Hobby nur hautnah miterlebt haben.

Woran kann es liegen, dass so viele Menschen, denen man im Laufe des Lebens begegnet und die natürlich immer wieder fragen, ob sie kürzer oder länger an diesem Hobby teilhaben dürfen, so gar keine Ahnung haben, was man eigentlich einem Pferd zumuten kann, was es braucht und wie man damit umgehen sollte?

Tja .. und da wären wir dann bei den romantischen Spielfilmen oder spannenden Western, in denen immer wieder der Eindruck entsteht, dass Pferde stundenlang oder gar tagelang unermüdlich laufen können.

Sie laufen durch Wüsten und zerklüftete Landschaften, ohne dass auch nur einmal gezeigt würde, dass diese Tiere auch fressen, trinken, sich ausruhen oder die Sozialkontakte innerhalb ihrer Pferdeherde pflegen.

Sie verkraften mühelos Hitze, Kälte, Hunger und Durst und kommen genauso wie die schönen Schauspielerinnen nach solchen Strapazen, die dann immer noch frisch geschminkt und frisiert sind, fit und gepflegt am Ziel an.

Die Helden der Spielfilme und Fernsehserien gewinnen jedes Rennen, von dem man zuweilen den Eindruck hat, dass es Stunden gedauert hat, ohne dass die Tiere eine Pause bekommen hätten.

Hinzu kommt, dass selbst die schwierigsten und traumatisiertesten Pferde sich natürlich immer von einem der Filmhelden doch zureiten oder wieder zähmen lassen und danach brav wie die Lämmer sind. Häufig sind das dann sogar kleine Mädchen, was nicht verwundert, denn die sind es ja, die die Kinosäle füllen oder die Videos und DVDs kaufen.

Wenn ich mal von Black Beauty absehe, wo der Film doch damit endet, dass dieses Pferd im Alter heim findet und seinen Lebensabend bei seinem Ursprungsherrchen in Ruhe auf einer Rentnerweide verbringen darf, dann wird nur sehr selten im Kino wirklich gezeigt, dass Pferde alt und krank werden können, oft eher Pflege brauchen und gar nicht mehr reitbar sind und deshalb dennoch als Gnadenbrotpferde nicht weniger kosten als vorher, oft sogar eher mehr.

Mit der Realität haben weder diese romantischen Pferdefilme noch die meisten Western nicht das Geringste zu tun.
Echte Pferde fressen fast den ganzen Tag, zusätzlich brauchen sie auch noch Ruhe und den Umgang mit ihren Herdenmitgliedern. Sie brauchen viel Pflege und machen viel Arbeit und werden bei sehr eifrigen Pferdehaltern mit viel Freizeit möglicherweise sogar täglich geritten, aber das nicht stundenlang, schon gar nicht im Alter oder wenn sie krank sind.

Echte Problempferde reitet niemand eben mal so zu oder wieder zurecht. Vielleicht geht das, aber dazu braucht man dann das Geld für einen echten Profi mit viel Erfahrung, und auch der schafft das nicht bei einem Pferd, das nie reitbar war und schon 20 ist.
Ja ...es ist mir sogar schon passiert, dass ich bei Prima gefragt wurde, ob man sie denn nicht noch zureiten könnte, als sie schon über 20 war, das ist nicht gelogen!
Als meine Tochter, die immerhin Western-C-Trainerin ist oder auch eine A-Trainerin in einem Pensionsstall das mal im Alter von 7 oder 8 bei Prima probiert haben, da habe ich es noch für möglich gehalten. Aber heute ist alleine der Gedanke an sowas in meinen Augen vollkommen absurd.

Pferde werden oft schwer krank.

Das Foto rechts zeigt Chiwa zum Beispiel isoliert mit einem Rehegips an einem ihrer Hufe kurz nachdem sie mir fast gestorben wäre. Unser Knabstrupper Reno konnte ihr damals nur am Zaun Gesellschaft leisten, denn sie konnte kaum laufen.

Trotzdem erlebt man solche Dinge wie, dass nicht verstanden wird, wenn ich sage, ja Kinder können sich nochmal auf ihren Rücken setzen ...

... sogar leichte Erwachsene .. auch mal ein wenig Schritt reiten ... aber dass ich das auch ernst meine und nicht damit meine, man kann dann ja mal ausprobieren, wie viel dieses alte Pony mit fast 24 Jahren, das schon einen fast tödlichen Unfall in einem Maschendraht mit Sehnen- und Bänderrissen, Hufrehe und lebensgefährliche Hufgeschwüre überlebt hat und eine dauerhafte Hufbeinsenkung hat, denn vielleicht doch noch aushält, indem die Belastung immer weider nach oben gesetzt wird.

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass jeder Mensch, der älter als 10 Jahre ist, sich wirklich ernsthaft für Pferde interessiert, sich auch schon öfter die Mühe gemacht hat, sich ein ausreichendes Wissen über Pferde anzulesen oder es woanders zu lernen, eigentlich wissen sollte, was Pferde überhaupt und schon ganz und gar, was alte und sogar kranke Pferde aushalten können ... aber die Erfahrung hat mich was anderes gelehrt, leider.

Ich habe erlebt, dass selbst die Tochter einer Ärztin und eines Psychologen im Teenageralter unsere Chiwa schweißnass geritten ist .. obwohl sie vorher ein eigenes Pferd hatte, das ihr gestorben war und das ihr die Eltern nicht ersetzt hatten, weil sie sich nicht genug um das Tier gekümmert hatte (was in meinen Augen ein 14 Jahre altes Mädchen auch nicht kann, da gehört die Mutter daneben, um es anzuleiten, auch wenn sie Ärztin ist und der Job vorgeht).

Ich habe erlebt, dass ein 15 Jahre altes Mädchen mit unserem Reno Ausritte unternommen hat, die 4 bis 5 Stunden gedauert haben, das vormittags, obwohl sie sich nachmittags nochmal mit meiner Tochter für einen Ausritt normaler Länge verarbredet hatte .. bis ich das irgendwann mal zufällig gemerkt habe und die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.

Auch dieses Mädchen hatte in Reno nicht das erste Reitbeteiligungspferd, sondern vorher schon eins von den Leuten, die die Weide ihrer Oma vor uns gepachtet hatten.

Mal abgesehen von diesem Nutzverhalten, das Pferde als reine Sportgeräte oder gar Spielzeug für Kinder degradiert, ohne Rücksicht auf ihre Gefühle zu nehmen, frage ich mich, ob Menschen, die sich so verhalten, vielleicht ein wenig zu viel von diesen Pferdefilmen im Kopf haben .. sich nur toll fühlen möchten wie diese Stars, die dann im Kino diese Pferde reiten .. aber in keiner Weise darüber nachdenken, was sie eigentlich einem lebenden Wesen wie einem Pferd damit antun.

In der Realität sehe ich laufend, dass Menschen nach Reitbeteiligungen suchen, die mindestens volljährig, am besten aber älter sind .. das heißt, wo bereits der Verstand auch im Hirn angekommen sein sollte .. und ständig kleine Mädchen nach Pferden suchen, die sie irgendwo mitreiten können.

Und meine Realität sieht so aus, dass ich von Mal zu Mal vorsichtiger werde, weil ich zu oft erlebt habe, wenn ich jemand den kleinen Finger gebe, dann nimmt er fast immer die ganze Hand und fügt meinen Pferden damit einen Schaden zu.

Aber so ist wohl das Leben.

LG
Renate