Montag, 14. September 2020

Spätsommer und Herbst sind für alle Pferde eine gefährliche Zeit

 Die Gefahren im Knick, auf der Weide und durch Spaziergänger

Der September ist der Monat, in dem die meisten Pferde an Hufrehe erkranken. Das ist nicht grundlos so und kann unter anderem auch daran liegen, dass Pferde in dieser Zeit die Möglichkeit haben, zu viele Eicheln, Bucheckern oder Fallobst aller Art zu fressen.

Deshalb auch hier im Pferde-Blog nochmal die Warnung.

Sollten bei Euch auf der Weide oder im Knickbereich Eichen, Buchen oder aber auch Obstbäume aller Art wachsen, bitte achtet darauf, dass die Pferde keine Möglichkeit haben, zu viel Eicheln, Bucheckern oder Fallobst zu fressen.

Hufrehe ist nur ein Problem, das dadurch entstehen kann. Es kann auch zu Kolik kommen und eine Kolik kann sogar tödlich enden, wenn Ihr viel Pech habt.

Der September und Oktober sind herrliche Monate zum Spazierengehen und viele Leute lieben es, fremde Pferde zu füttern, wissen oft auch gar nicht, wie gefährlich zu viele Eicheln (siehe rechts), Bucheckern oder einfach zu viel Fallobst wie Äpfel, Birnen, Pflaumen und dergleichen sein können. Sie meinen es oft sogar gut, rechnen auch nicht damit, wie viele Spaziergänger außer ihnen selbst sonst noch füttern.

Auch Eicheln und Bucheckern werden oft mit Begeisterung gesammelt und an Pferde verfüttert, wenn sie nicht schon von alleine auf die Weide fallen.

In großen Mengen sind die lebensgefährlich für Pferde.

Rechts und unten seht Ihr, wie Bucheckern aussehen.

Die sind noch gefährlicher als Eicheln und da genügen schon kleine Mengen für eine schlimme Vergiftung Eurer Pferde.


So gesund wie ein paar Äpfel, Birnen oder anderes Obst für Pferde auch sind .. in Mengen wie links zu sehen ist das auch lebensgefährlich.

Da macht die Menge das Gift.



Falls es schwer ist, Spaziergänger persönlich anzusprechen, hängt am besten nette Schilder auf.

Fütterm verboten eignet sich wenig nach meiner Erfahrung.

Eine nette Erklärung, warum zu viel füttern zu Kolik und mehr führen kann, hilft meistens besser.

LG

Renate


Samstag, 12. September 2020

Erinnerungsfotos aus Reuterkoppel nun ab Januar 2015

 Nach dem Weggang von Aron und Dante war Isi Saili neu dazugekommen


Das ist Saili, als er gerade Anfang Januar angekommen und noch von unseren beiden isoliert wurde.

Eigentlich heißt er Saelingur.

 

 

 

 



Als wir Saili am ersten Abend entdeckten, hatte er weder Futter in seiner Box noch Wasser und auch keine Einstreu.

Ich ging also rüber zu unserer Stallbetreiberin und fragte, ob das so richtig wäre oder ob wir das Tier vielleicht einstreuen, füttern und tränken sollten.

Ja sollten wir ruhig machen, sagte sie. Offensichtlich hatte Sailis Frauchen nicht begriffen, dass sie ihr Pferd in einen Selbstversorgerstall gestellt hatte und ging davon aus, er würde versorgt.



 Unsere damals beste Freundin, mit der wir später in der Feldmark über unsere Weidenachbarin dort solche Probleme bekommen sollten, war da noch viel bei uns. Chiwa war wieder reitbar und Jürgen und auch sie ritten zuweilen auf ihr. Mit Prima machten wir oft Bodenarbeit wie auch hier auf dem Fotos.

Wie man sieht, folgte sie wie ein Hund selbst ohne Führstick. Das tat sie nicht nur bei Jürgen, sondern auch bei mir.




Saili konnten wir sehr schnell an Prima und Chiwa gewöhnen. Alle drei vertrugen sich super.

Das Frauchen von Saili war mit dem Pferd damals nach einem Streit mit ihrem dann Ex Hals über Kopf von Fehmarn nach Kiel geflüchtet. Sie war nett, jobbte viel und hatte eigentlich keine Zeit für ein Pferd in einem Selbstversorgerstall. Wir fanden das nicht schlimm. Wir kümmerten uns einfach oft um Saili mit und hatten so unsere Ruhe. Wieder dachten wir, er würde bleiben .. was sich aber auch da später als Satz mit X herausstellen würde.



Es wurde Frühling und Chiwa, Prima und Saili waren dann auch oft stundenweise auf der Apfelweide.

Auch Saili neigte wie Chiwa zu Hufrehe und durfte nur stundenweise aufs Gras. Das passte also sehr gut zusammen.






Nun Leben ist Veränderung und so war das auch mit Sailis Frauchen.

Sie verliebte sich wieder, der neue Freund war sehr hilfsbereit, oft dann mit im Stall und schon kam der Plan auf, auch für ihn ein Pferd zu kaufen und wieder .. ich frage mich, wer nur diese Stallbetreiber reitet, jedes Mal Menschen so einen Unsinn zu erzählen, das ging gut ...kam die Idee ins Spiel, beide dann gemeinsam in die dritte Box zu stellen .. später wiederum, weil der neue Freund nicht arm war, einen eigenen Resthof zu kaufen.



Unsere Stallbetreiber in Reuterkoppel wiederum fingen da dann damit an, die Idee zu entwickeln, eine Reithalle zu bauen.

Ich vermute als Grund den Wegfall von Milchquoten. Damals sanken die Milchpreise dadurch eine Weile und es fehlte wohl an Einnahmen durch die Milch aus dem Kuhstall, das wieder reingeholt werden sollte.





Tja .. wie ging es weiter mit Saili?

Die neue Beziehung hat nicht gehalten und dann kriegte Saili auch noch im Juni trotz aller Vorsicht einen Hufrehe-Schub.

Binnen nur wenigen Tagen war sein Frauchen mit ihm weg .. sie hat mir noch geschrieben, wo sie nun sei, das wäre kein Selbstverstorgerstall.

Gar nicht viel später stand dann wieder Camilla mit einer nun wieder neuen Stute nebenan .. jetzt wieder getrennt von unseren.


Die neue Schimmelstute hieß Ala und sollte nun immer den ganzen Tag zusammen mit Camilla auf der Waldweide grasen, sich auch später schon wieder die Box teilen (auch das klappte später nicht .. ich verstehe nicht, dass man als Stallbetreiber mit Pferdeverstand sowas nicht begreift .. eine große Box ist nunmal kein Offenstall .. wurde aber immer so angeboten).

Na ja es war erstmal Sommer und für uns bedeutete das wieder, nur noch die Apfelweide nutzen zu können, die durch den Reithallenbau aber kleiner geworden war.


Weil dem alten Schmied sein Azubi weggelaufen war und der uns nur noch laufend versetzt hatte, hatten wir zwar einen neuen, aber nicht wirklich guten jungen Schmied, der die Hufe nicht gut bearbeitet hat .. inzwischen arbeitet er soweit ich weiß auch gar nicht mehr als Schmied, habe auch viele Klagen von anderen Leuten über ihn gehört.

Chiwa kriegte gottlob nacheinander auf beiden Vorderhufen ein Hufgeschwür und lahmte so einige Tage. Wir versuchten, dem jungen Mann zu erklären, worauf er achten sollte, bei beiden Pferden, denn Prima lahmte zwar nicht, aber ihre Hufe sahen genauso Scheiße aus.


Das blieb nicht das einzige Problem, das wir dann hatten.

Als ich im Frühling extra gefragt habe, ob wir uns besser nach einem anderen Stall umsehen sollten wegen des Reithallenbaus, hieß es nein für die "Rentnerpferde" würde sich im Preis nichts dadurch ändern. Wir würden die neue Reithalle ja nicht nutzen.

Nun ja .. war offenbar nur ein Hinhalten gewesen.


Klar sollten die Leute, die noch da waren, nicht voreilig wegrennen, die Einnahmen wurden ja auch gebraucht. Später dann, als es zum Umziehen wirklich schwierig wurde, weil der Winter vor der Tür stand und man durch den schlammigen Weinberg nicht weg kam und mit Prima ein Umzug auf dem Radweg an der B 76 runter unmöglich gewesen wäre bei ihrer nervösen Art, kam dann, klar würden auch wir eine Preiserhöhung bekommen.

Sowas ist so unfair .. aber so sind Pensionsställe.

Für uns begann nun also die Suche nach was anderem. Am liebsten hätten wir was selbst gepachtet, um endlich Ruhe vor immer wieder nur geld-orientierten Pensionsstallbetreibern zu haben.

Es geht dann hier bald weiter mit Fotos aus dem Teil 29 unserer Pferdegeschichte, erstmal noch von der letzten Zeit auch in Reuterkoppel, denn auch wenn klar war, wir müssen da weg, eben mal so weg gekonnt haben wir halt nicht. Das würde sogar recht schwierig werden. Warum erzähle ich Euch später.

LG

Renate



Dienstag, 8. September 2020

Erinnerungsfotos aus Reuterkoppel immer noch ca. im Frühling 2014

 Wir nutzten da noch ohne Streit gemeinsam die Wald- und auch die sogenannte Apfelweide


Noch waren Prima und Chiwa da mit dem neuen Haflinger-Wallach der neuen Einsteller neben uns und der Hafi-Stute der Stallbetreiber zusammen ... und wir konnten eine weitere Weide, die sogenannte Apfelweide mit nutzen, die vorher lange keiner genutzt hatte.





Auch das mit dem nur stundenweise grasen klappte gut.

Rechts Jürgen, als er die beiden Hafis auf die Apfelweide brachte. Jürgen kann ja gut mit Pferden umgehen, auch fremden.






Natürlich wünscht man sich in jedem Pensionsstall, dass dieser Ort sozusagen ein zweites Zuhause wird und man sich mit den Miteinstellern wie mit guten alten Freunden gut verträgt. Wir haben das immer wieder gehofft, in jedem Pensionsstall .. und in dieser Phase in Reuterkoppel halt auch noch.






Nach einer Weile kaufte sich die Stallbetreiberin ein zweites eigenes Pferd und ihre Haflinger-Stute war dann nicht mehr bei uns, sondern mit dem neuen Wallach zusammen.

Bei uns blieb der Hafi-Wallach der neuen Einsteller, wir verstanden uns super und freuten uns sogar darüber, dass die Mama dieses Mädchens sich auch ein Pferd kaufen wollte. Wo wir ein wenig Bedenken hatten war, dass sich zwei Pferde in einer Box vertragen würden, denn das hatten die beiden mit ihren Pferden vor. Eine 4. Box war da ja nicht.



Auch die geteilte Arbeit im Stall und auf der Weide war kein Problem .. alles sehr harmonisch zuerst.

Der Neue hieß Dante, kam irgendwann Ende Juli oder im August .. ich fand ihn echt niedlich und mochte ihn .. trotzdem würde sich durch ihn halt ein handfestes Problem ergeben oder gleich mehrere. Sein Frauchen würde mir später vorwerfen, ich hätte ihren Wallach nicht gemocht .. war Unsinn. Ich liebe Kaltis.




Anders als bei Aron, den Prima sofort lieb hatte, griff sie Dante an .. mag sein, dass es für Pferde einfach schwierig ist, zwei Männchen in der gleichen Herde zu haben, von Natur aus gehört das ja nicht so. Ich weiß es nicht. Prima konnte Dante zumindest nicht leiden. Vielleicht wollte sie auch nur Aron vor ihm verteidigen.






Damals besuchte uns auch mein Sohn Marius noch ab und zu, als einziges meiner Kinder.

Heute ist es seine jüngere Schwester, die uns zwar nicht besucht, aber immerhin ab und zu mit mir telefoniert und meine Grußkarten oder E-mails liest.

Warum sich das geändert hat bei Marius, ich habe keine Ahnung .. ich muss ja nicht alles verstehen. Ich bin eine alte Frau und sage mir, ich habe vielleicht nicht mehr lange zu leben und es lohnt sich nicht, sich sinnlos aufzuregen.



Es gab zwei Gründe, warum wir bald nach Dantes Einzug den Auslauf trennten, die Eigentümer von Dante und Aron die bequem zu nutzende Waldweide bekamen und Jütgen und ich uns mit der nicht so bequemen Apfelweide begnügen mussten.

Nein erfreut waren wir keines falls. Nach Dantes Einzug ging es Chiwa irgendwann schlechter, und das hatte vermutlich sogar zwei Gründe .. der schwere Kaltblüter wusste, wie man deckt und war zu schwer für unser Pony und die Familie nahm plötzlich nicht mehr ernst, dass es ja der Rehe-Auslauf war, wo sie ihre Pferde hintestellt hatten .. also eine Stundenkoppel, weil für stundenlanges Grasen für ein Rehepferd ungeeignet. Sie hatten die Tiere immer wieder nun ohne das zweite Rehepony der Stallbetreiber einfach ohne zu fragen und irgendeine Absprache mit uns stundenlang auf die Waldweide gelassen. Nach der Trennung erholte sich Chiwa schnell und wir begnügten uns zähneknirschend damit, nun die Apfelweide zu haben und wieder mal zu erleben, es wird einem in Pensionsställen was versprochen, was bei näherer Betrachtung keiner halten will .. da geht es immer nur ums Geldverdienen.


Als die beiden mit Aron und Dante noch im Spätherbst schon wieder gingen, war unsere Beziehung gar nicht mal schlecht. Die Frau hatte Eheprobleme, wir haben uns nett um sie gekümmert und so weiter, aber nun ja. Es ist immer leicht, nicht sich selbst, sondern den bösen anderen Einstellern die Schuld zu geben, wenn jemand wütend einen Pensionsstall verlässt.

Die zwei haben uns nämlich durchaus in Freundschaft erzählt, sie gehen deswegen, weil der schlammige Auslauf bei Regen eine Zumutung wäre und sie sich maßlos darüber geärgert hatten, dass man ihnen gesagt hatte, sie würden zu viel füttern und sollten ihren Pferden weniger zu fressen geben, also Geiz spielte eine große Rolle, als sie gingen, nämlich der Geiz unserer Stallbetreiber dort.



Bevor sie gingen, war alles zwischen uns in Ordnung, als sie weg waren, allerdings dann nicht mehr.

Bevor ich dann anfange zu erzählen, was im nächsten Teil passieren wird, wie das mit dem Nachfolger von Aron und Dante klappte, nur noch mal die Erzählung, warum Jürgen und ich beinahe explodiert sind, als wir in den Stall kamen und Dante und Aron gerade weg waren.


Das war nämlich so:

Es war ein regnerischer Tag und schon so gut wie dunkel, als wir kamen.

Offenbar war es schwer für die Familie gewesen, Dante und Aron bei Regen und Sturm zu verladen, aber irgendwie haben sie es dann wohl doch geschafft.

Als wir kamen, stand nicht nur das Tor zum Nebenauslauf sperrangelweit offen, sogar die untere Litze vom Zwischenzaun war aufgemacht worden. Unsere kleine Chiwa hätte drunterdurch laufen und auf die B 76 rennen können und wenn sie das getan hätte, wäre Prima garantiert durch den Zaun hinterher gerannt. Überhaupt hätten beide hinter den beiden Pferden her auf die Straße rennen können, weil keiner darüber nachgedacht hat, mal alles wieder ordentlich zuzumachen, als die beiden Pferde zum Abtransport auf dem Hänger waren.

Zusätzlich fehlte alles mögliche an Zubehör, auch was uns gehört hatte. Auch wenn das nur Wassereimer waren und andere billige Dinge, die man leicht neu kaufen und bezahlen kann. Wenn man in den Stall kommt und seine Pferde tränken möchte und nichts mehr wiederfindet, ist sowas einfach zusätzlich auch noch ärgerlich.

Als ich die Stallbetreiberin fragte und ihr erzählte, unsere Pferde hätten weglaufen können und dass wir sehr böse seien .. ach sie hatten aus dem Fenster geschaut, als die Pferde abgeholt worden waren .. ja es wäre wohl schwierig gewesen, sie zu verladen und so.

Wie toll ! .. Aber auf die Idee, mal zu helfen oder auch nur hinterher nachzusehen, ob bei unseren beiden alles in Ordnung ist, nee, da ist keiner drauf gekommen.

So .. das mal dazu.

Wenn ich sage, auch in diesem Pensionsstall war vieles nicht in Ordnung, dann habe ich dafür viel mehr als nur einen Grund.

Dennoch sage ich immer, das Futter war in Ordnung und zumindest Heu und Stroh kein Grund mehr, Angst haben zu müssen, dass sie an Schimmel im Futter oder Giftpflanzen darin eingehen und das war nach wie vor viel wert.

Und für die Lage des Stalls konnten die jungen Leute nichts .. und wir wussten ja, dass der direkt an der B 76 und nicht wirklich schön liegt.

Bis bald .. es geht noch weiter in Teil 28 unserer Pferdegeschichte .. mit dem Nachfolger von Aron und Dante, die ungefähr im Dezember 14 gingen und deren Nachfolger ungefähr im Januar 15 dann ankam.

LG

Renate